Mrs Pophead läßt sich alles noch mal durch den Kopf gehen...

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Mrs.Pophead

Ich habe Lotte einen schwarzen Seidenumhang genäht und eine Schnur drangebunden. Jetzt schwebt sie mit ausgestreckten Gliedmaßen 10 m über uns . Der Wind wird stärker und es fällt mir schwer, die Schnur weiter festzuhalten. Der Wind bläst mir dabei ins Gesicht und ich bekomme keine Luft mehr. Das wird mir zu anstrengend - ich mache die Augen auf.

Im Zelt ist es warm und die Wände wackeln im Wind. Auf meinem Brustkorb steht die Lotte, schnaubt mir ins Gesicht und starrt mich mit einem Auge an. Das andere ist mit getrocknetem Schleim verklebt. Na toll. Ich zischel dem Mister ins Ohr, dass der Hund ein entzündetes Auge hat und pullern muss. …Er brummt… Ich weise darauf hin, dass wir noch eine Nacht hier schlafen wollen und es wirklich blöd wäre, wenn die Lotte jetzt einen See auf seinen Schlafsack pullern würde. Er steht auf...und ich…bleib liegen. ( Hier trifft die Realität auf eine moderne Volksweise von Bela B.)

Der Tag fängt grau und windig an. Lotte zittert vor sich hin und als der Dritte mich darauf anspricht ziehe ich ihr einen Mantel an. Albern aber hilfreich. Während unserer Wundertüten-Verkauf-Runde klärt es auf. Gegen Mittag scheint die Sonne und es wird endlich richtig warm. Damit kann das Fußballturnier endlich mal wieder bei gutem Wetter stattfinden. 11 Teams wollen diesmal mitmachen. Mit so einem Ansturm hat Rico nicht gerechnet und so muss kurzerhand der Spielplan und die ganze Organisation mal eben schnell umgestellt werden. Für Rico kein Problem. Die ersten beiden Runden sind dann Ko-Runden. Leider fliegen dadurch einige meiner Namenslieblinge gleich raus. Potahontas hört man aber trotzdem feiern: ein kräftig gesungenes "Es...tut...mir...leid Potahontas" schallt über den Zeltplatz. Danke für diese Perfomance. Auch von Germarihuana müssen wir uns schnell verabschieden. Stilecht haben die Jungs selbstverständlich auf Trikot-Schnickschnack verzichtet und spielen in voller Kuttenmontur. Blitzeblau versucht durch ein großes Transparent die Gegner einzuschüchtern aber auch diese Taktik geht nicht auf. Die ersten Plätze machen am Ende Stowibo, Bunter Anorak und der BFV Promille unter sich aus. In diesem Falle können die tollen Trikots mit den Promillezahlen als Rückennummern die Gegner verwirren und so geht der erste Platz an die Jungs mit dem Sternburg-Kronkorken auf der Brust. Nach dem Turnier ruft der Grill. Endlich essen, ohne dass einem der Pappteller um die Ohren fliegt oder ein plötzlicher Regenguß dass Grillgut verwässert! Ich gönne mir aus einem Blechteller eine Bratwurst. Komischer Weise lehnt Lotte den von mir angebotenen Probierhappen mit gerümpfter Nase ab. Als ich die Wurst aufgegessen habe, stellen wir fest, dass diese wohl aus dem Resteteller von gestern stammte. An dem Fleisch weiter unten hängt jedenfalls schon eine Made. Manchmal macht es Sinn auch mal auf seinen Hund zu hören. Nun, es bleibt keine Zeit mehr sich zu ekeln, es dämmert - also auf zur Scheune.

Auf der im Potstock-Style dekorierten Bühne eröffnet das Latzhosen-Trio mit einem grandios stampfenden Threshing Bee. Mit so einem Opener ist dann auch gleich jeder bei Sache. Die Stimmung ist von Anfang bis Ende super. Es gibt zwei lange nicht mehr gespielte Songs (Cyborg und Relax Man) und vor Detroit ein unbekanntes Stück. Auf Nachfrage von praktisch Allen sagt Jeff das wäre ein Jam gewesen. Für uns hörte es sich nach einem neuen Song an. :-) Ich renne viel hin und her, weil ich Videos aus unterschiedlichen Positionen mache. Unsere GoPro hängt wieder unter dem Dach und nimmt das ganze Konzert auf. Da brauchen wir ein paar andere Bilder zum Dazwischenschneiden. Durch die Rumrennerei komme ich kaum zum Trinken. Einmal werde ich auf ein Bier eingeladen, hier und da kann ich mal schnell mittrinken. Alles in allem ist das aber eher ein trockener Abend für mich. Darum bunker ich mir später an unserem Lagerfeuer je eine Flasche Cola und Captain Morgan und trinke gierig zwei Becher hintereinander. Als ich den Dritten ansetzen will, wird mir schlecht. Jeff kommt zu uns, setzt sich und erzählt....irgendwas. Ich kann nicht folgen, mir ist schlecht. Mein Magen randaliert regelrecht. Statt einer Antwort zu irgendeinem Thema sprudelt dann auch so allerlei anderes aus mir raus. Eine gute Seele reicht mir eine Zewa-Rolle. Etwa eine halbe Stunde lang drücke ich mir das Zewa vors Gesicht und spucke immer mal wieder was rein. Dann ist mir das zu blöd und ich gehe ins Bett - mit Zewa-Rolle.

Morgens wache ich mit der Rolle in der Hand wieder auf. Zwar habe ich nicht mehr kotzen müssen aber der Magen fühlt sich immer noch scheiße an. Überhaupt fühlt sich alles scheiße an. Ich komme nicht aus dem Knick. Offensichtlich sehe ich auch so aus, denn mir wird ständig Hilfe angeboten. Der gereichte Tee ist super, der Liegestuhl auch sehr hilfreich. Mittags kommen Siggi und Jeff vorbei. Jeff begrüßt mich mit " Na,Sonnenschein...!?!" Pffff.....ich versuche ein Grinsen, sehe dabei aber wahrscheinlich eher aus, als hätte ich eine Nervenkrankheit. Dass ich die blöde Wurst gegessen habe, fällt mir erst wieder zu Hause ein und so muss ich mir gefallen lassen, dass alle die alte Säuferin auslachen. Trotz Übelkeit geht kein Weg daran vorbei: bei 28°C und strahlendem Sonnenschein müssen wir alles wieder einpacken. Das war definitiv nicht mein Potstock - aber Spaß hat es trotzdem wieder gemacht. Nächstes Jahr bleibt Lotte zu Hause und ich werfe das übrig gebliebene Fleisch gleich weg. Und wir bringen einen Drachen mit.

PS: Weitere schöne Fotos könnt Ihr auf den Seiten von Kati Berg und Zerosusi anschauen. Wenn Ihr ganz runterscrollt findet Ihr am Ende unserer Seite die jeweiligen Links. Und dann gibt es noch einen schönen Bericht über das diesjährige Potstock hier: https://metal-heads.de/konzertberichte/pothead-potstock-2017-in-hohenlob...

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