Potstock 2017 - Mrs Pophead verweht in der Zeit

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Mrs.Pophead

Einstein hat die Theorie aufgestellt, dass die Zeit relativ ist. Wer mit der Berliner S-Bahn fährt weiß, dass das stimmt. Die Ankunft des Zuges wird in 2 Minuten angekündigt - der Ablauf dieser 2 Minuten kann schon mal 5 Minuten dauern. In Hohenlobbese ist das einfacher, in Hohenlobbese gibt es genaugenommen keine Zeit. Dafür gibt es Wetter, dieses Jahr in Form von Wind, sehr viel Wind.

Nachdem wir am Donnerstag gegen 15.00 Uhr bei 28 Grad das Zelt aufgebaut haben, hat es gleich nach Einbruch der Dunkelheit die ganze Nacht gestürmt und aus Eimern geschüttet. Wir wachen trotzdem frisch und munter bei strahlendem Sonnenschein auf und machen uns ans Herrichten des Frühstückstisches. Eddes ist auch schon wach und wir trinken unseren ersten Kaffee. Nach einiger Zeit wundere ich mich darüber, dass sonst noch keiner wach ist, ist doch schließlich sicher schon 9.00 Uhr. ... Es ist tatsächlich grade 7.15 Uhr. Eine Zeit zu der ich normalerweise nur mechanisch funktioniere. Ich bin irritiert. Egal, das Wetter ist schön, das Leben auch.

Zwei Stunden später sind alle wach, der Himmel grau und ein Sturm zieht auf. Gegen Mittag schüttete es wieder aus Kübeln bei gleichzeitigem Seitensturm. Zum 2. Mal sind wir alle nass. Während eines kurzen Sonnendurchbruchs machen wir eine erste Runde Wundertüten-Verkauf. Am Nachmittag haben Lotte, unser kleiner Hund, und ich die Faxen echt dicke. Dieser andauernde Wind bläst einem das Gehirn durcheinander. Lotte ist schon ganz wuschig von den ständig wackelnden Zelten und Pavillons. Ich beschließe mich ein Stündchen mit ihr im Zelt hinzulegen. Als ich wach werde ist es draußen dunkel, dabei könnte ich schwören, dass ich nur ein kurzes Nickerchen gemacht habe.

Böse Zungen behaupten ich hätte geschnarcht. Ich weise diesen Vorwurf zurück: Ich schnarche nur, wenn der Mister neben mir schläft und da ist es Notwehr. Wenn ich alleine schlafe, schnarche ich nicht. Das kann nur Lotte gewesen sein. Wie auch immer, ich habe eine ganze Menge Besucher verpasst. Siggi war da, Jürgen, der seiner Tochter die Lotte zeigen wollte und noch einige andere Leute, die ich gerne begrüßt hätte. Aber immerhin fragen mich am nächsten Tag gleich mehrere Leute, ob ich gut geschlafen hätte. Nur dieser süffisante Unterton ist mir schleierhaft...

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